Geschichte

Wie das Gebäude zum Namen Röhrehütte kam

Bärswiler TintenfassIm späten 18. Jahrhundert hatte Bäriswil einige Hafnereien, die bekannteste war diejenige von Jakob Kräuchi (geb. 1768). Bäriswil besass durch die Herstellung von Fayence, einem porzellanähnlichen Produkt einen gewissen Bekanntheitsgrad. Es wurden Teller, Schüsseln, Krüge und Tassen in Handarbeit, jedoch bereits gewerblich hergestellt. Archäologische Grabungen, die im Zusammenhang mit der Restaurierung getätigt wurden, belegen, dass in der Röhrehütte  verschieden alte Brennofen gestanden hatten.

Da ab Mitte des 19. Jahrhunderts Geschirr zunehmend maschinell hergestellt wurde, musste auf ein Ersatzprodukt ausgewichen werden. Die in dieser Zeit einsetzende Bodenverbesserung verlangte nach Drainröhren. Drainage- und Wasserleitungen aus Bäriswiler Tonröhren wurden bis an den Jurasüdfuss und bis ins Schwarzenburgische vertrieben.

Die letzte Produktionsstätte aus dem 18. Jahrhundert

Als 1983 eine Gemeindekommission die Überprüfung und Inventarisierung alter Bauten vornahm und dabei auch vor dem „Röhrefabriggli“ stand, war man sich uneins. Die langsam einfallende Hütte sah neben der aus dem Bauernhaus Johann Witschi stilvoll umgebauten Gemeindeverwaltung ziemlich schäbig aus. Einer Interessensgruppe für den Erhalt der Röhrehütte, bestehend aus engagierten Dorfbewohnern, der auch der Architekt Winfried Bagert angehörte, ist es zu verdanken, dass das Gebäude nicht abgerissen und an deren Stelle ein Wohnblock hingestellt wurde.

Wie recht Bagert mit seinem Engagement hatte, zeigte sich kurz darauf ,als die Archäologen des Kantons festhielten, dass es sich bei der Röhrehütte über die schweizweit einzige noch erhaltene Röhrenproduktionsstätte aus dem 18.  Jahrhundert handelte.

Betreffend der Nutzung der Röhrehütte bestanden unterschiedliche Meinungen. Sie gingen von Dorfmuseum über einen Töpfereibetrieb bis zu einer Begegnungsstätte für jung und alt. Da die Liegenschaft Eigentum der Gemeinde war, diese aber selber nicht aktiv werden wollte, übergab man das Gebäude an der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember 1985 einer Stiftung mit Namen "Stiftung Röhrenhaus Bäriswil".

Mit grosser Unterstützung zahlreicher Geldgeber, darunter der Kantonale Lotteriefonds, konnte die erste Ausbauetappe im Herbst 1992 abgeschlossen werden. Im Hinblick auf das Dorfjubiäum von 2011 wurde auch der Werkstattteil umgebaut, so dass die Röhrehütte nun für gemeindliche und private Anlässe ideale Voraussetzungen bietet.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen über die Röhrehütte sind bei Wikipedia zu finden.

Auf der Website der Gemeinde Bäriswil sind verschiedene Detailinformationen des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern aufgelistet.